Hochsensible Kinder

Ist es denn schlimm, hochsensible Kinder zu haben? Was ist mit ihnen falsch?

Es ist weder schlimm noch ist etwas falsch an dem Kind. Genau das Gegenteil ist der Fall. Bei dem Kind ist alles so, wie es sein soll.

Das klingt erstmal beruhigend und doch fühlt es sich erschreckend an, wenn man erfährt, dass man hochsensible Kinder hat. Was ist dieser Schrecken?

Dieser Schrecken kommt daher, dass uns hier suggeriert wird, dass das Kind von der „Norm“ abweicht. Es ist also nicht „normal“. Alles, was von der gesellschaftlichen Norm abweicht, sorgt für unangenehme Gefühle. Ängste, Sorgen und Befürchtungen kommen nach oben. Eines davon ist Angst vor Abweisung.

 

Also ist Hochsensibilität unnormal?

Hochsensibilität ist ein Produkt unserer genormten Gesellschaft.

Sensibilität ist Empfindsamkeit. Empfindungen kommen aus der Fähigkeit, zu fühlen. Die Fähigkeit zu fühlen bewirkt, dass wir uns selbst und einander erfahren können. Erfahrungen sind das kraftvollste Kommunikationsmittel, welches uns zur Verfügung steht. Worte hingegen haben nur ca. 5 Prozent Überzeugungskraft.

Sensibilität wird oft mit Schwäche verwechselt. Das ist ein großer Irrtum. Sensibilität ist eine der kraftvollsten Eigenschaften, die wir besitzen. Diese gibt uns die Möglichkeit, uns selbst und den anderen zu fühlen. Einander zu fühlen ist ein sehr zeitsparendes Kommunikationsmittel, welches verhindert, dass der andere mir „etwas vormachen“ kann. Die Wahrheit zu fühlen ist viel effektiver, als diese durch endlose Diskussionen und Streitereien irgendwann aufzudecken.

 

Was bedeutet das nun in Bezug auf die Kinder?

Der Mensch ist ein äußerst sensibles, empfindsames Wesen. Das, was uns als Hochsensibilität suggeriert wird ist das, was unsere Natur, unser Wesen ist.

Das Gegenteil von Sensibilität ist Abstumpfung. In dem Ausmaß, in dem wir nicht fühlen, stumpfen wir ab. Dies wiederum ist die Ursache für Erschöpfung und Depression.

Seit Jahrhunderten haben wir mehr und mehr das Fühlen unserer Gefühle verlernt. Andere Dinge wurden wichtiger. Für Gefühle zu fühlen blieb immer weniger Zeit. Wir lernten, diese zu unterdrücken und als Schwäche zu definieren. Reaktionen wie: „Hab dich nicht so mädchenhaft, sei ein Mann, komm‘ ich kauf dir was Schönes…“ dienen noch heute dazu.

Durch diese jahrelange Unterdrückung ist die Gesellschaft mehr und mehr abgestumpft. Das bemerken wir nicht, da wir in Stress, Druck, Zeitnot und Moderne gefangen sind. Wir streben nach materiellen Dingen und danach, uns einer Norm anzupassen. Wir werden manipuliert.

Doch unterdrückte Gefühle sind Schmerz. Die Dynamik von Schmerz ist Heilung. Dies gilt für die körperliche wie für die seelische Ebene.

Die Dynamik unterdrückter Gefühle ist also, dass diese geheilt werden wollen. Gefühle werden geheilt durch fühlen. Fühlen können die Menschen am besten, deren Sensibilität noch am kraftvollsten ist.

Da es unter den Erwachsenen nicht so viele gibt, sind diejenigen, die diese unterdrückten Gefühle (oder wir sagen auch Emotionen dazu) fühlen, unsere Kinder.

Weil unsere Gesellschaft gefühlsmäßig zu sehr abgestumpft ist, ist der Abstand zwischen Abstumpfung und unserer eigentlichen Sensibilität so groß geworden, sodass wir diese jetzt als Hochsensibilität bei den Kindern wahrnehmen.

 

Doch warum ist diese Hochsensibilität so nervig?

Unterdrückte Gefühle sind schmerzhafte Gefühle, wie Angst, Sorgen, Befürchtungen, Hass, Groll, Wut, Zorn, Beschwerden, unausgesprochene beschimpfende Gedanken, Konkurrenz, auch aktive und passive Streitereien und Auseinandersetzungen gehören dazu. Niemand hat Lust, all das zu fühlen.

Je mehr die Kinder bei den Eltern, in der Familie oder später auch in den Kindereinrichtungen und Schulen von diese Abgestumpftheit umgeben sind, umso mehr werden sie zum Kanal, durch den diese Gefühle gefühlt und geheilt werden wollen – nicht weil sie am Schwächsten sind, sondern die Sensibilität noch am stärksten ist, am wenigsten zerstört.

 

Was kann man nun tun, um den Kindern zu helfen?

Sich seiner unterdrückten Emotionen bewusstwerden und selbst die Verantwortung für diese übernehmen und selbst fühlen.

Gefühle und Emotionen zu fühlen bringt uns nicht um, sondern erhält uns jung, lebendig und gesund. Diese zu unterdrücken lässt uns alt, grau, hässlich, krank, erschöpft werden.

Im letzten Jahr war bei meinem Jahreskurs ein kleiner Junge dabei. Er war in seinem ersten Lebensjahr.

Wann immer er im Seminar unruhig wurde und ich die Teilnehmer bat, sich mit ihm zu verbinden und den Anteil der eigenen Gefühle selbst zu fühlen, wurde er ruhig.

Beim letzten Erfolgswochenende zeigte sich in einem Heilungsprozess unsere Wut. Wir waren aufgefordert, diese zu fühlen anstatt auszuagieren.

Wir saßen paarweise im Raum und fühlten. Der Junge saß in unserer Mitte. Obwohl um ihn herum Wut war, war er ruhig und hatte Freude am Spielen. Er fühlte sich sicher.

Dies zeigt, dass Emotionen wie Wut, Groll, Ärger, Zorn harmlos sind, wenn diese dort gefühlt werden, wo diese entstanden sind.

 

Und was passiert mit den Kindern, wenn wir genau das nicht tun?

Unterdrücken wir diese Emotionen oder agieren wir diese aus, zwingen wir andere dazu, diese zu fühlen. Weil wir selbst davor Angst haben, unsere schmerzhaften Erfahrungen zu fühlen, kommunizieren wir das auch an unsere Kinder. Anstatt sich für das Fühlen als Kanal zur Verfügung zu stellen, haben sie Angst. Sie wollen nicht fühlen, sondern davor flüchten. Deshalb schreien und lamentieren sie oft, ohne dass wir einen äußerlichen Grund erkennen können. Oder sie ziehen sich mehr und mehr zurück, wirken wie abwesend, kreieren sich eigene Welten, werden Einzelgänger. Später flüchten sie in Lesewelten oder die Welt des Internets und all der Spiele, die diese Plattform anbietet.

Kinder, die es nicht lernen, ihre Sensibilität als Stärke zu erkennen und Gefühle zu fühlen, unterdrücken diese ebenfalls. Das bewirkt, dass auch sie wieder abstumpfen, ihre Seelen zerstört werden. Sie fangen an, ihre Sensibilität, ihre Warmherzigkeit und damit sich selbst zu hassen. Die Flucht in die Sucht oder Kriminalität sind ebenfalls Instrumente, welche die Jugendlichen nutzen, um den Schmerz ihrer eigenen Zerstörung nicht fühlen zu müssen.

 

Was empfehlen Sie nun den Eltern?

Wichtig ist Ihre Bereitschaft zu fühlen. Die meisten der unterdrückten Erfahrungen sind uns nicht bewusst. Doch in anstrengenden Situationen können wir uns mit dem Kind verbinden und die Bereitschaft entwickeln, den Anteil für die eigenen Gefühle zu übernehmen.

 

Wie mache ich das?

Schauen Sie auf das Kind und verbinden Sie sich mit ihm. Sagen Sie sich innerlich: es tut mir leid, bitte verzeih mir. Ich liebe dich. Ich bin jetzt bereit, meine Gefühle selbst zu fühlen. Und dann fühlen Sie nach innen. Fühlen Sie Ihre Traurigkeit, Ihre Überforderung. Nehmen Sie sich dafür Zeit. Wenn ihr Partner in der Situation anwesend ist, verbinden Sie sich mit ihm, haben Sie Mut, sich in die Augen zu schauen. Das Kind agiert oft den unterdrückten Schmerz – all die Unzufriedenheit, über die nicht gesprochen wird – aus.

Je mehr wir abgestumpft sind, umso schwieriger ist es, die eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu fühlen. Wenn sich das Kind nicht beruhigt, dann halten sie es, sanft und energisch, auch wenn es um sich schlägt. Halten sie es, sanft, nicht so, dass es weh tut, nicht mit Gewalt.

Das Kind will weglaufen. Indem sie es halten, lehren Sie das Kind, dass es an einem Ort, wo es Gefühle fühlen kann, sicher ist und nicht davonlaufen muss. Sie tun also nichts gegen den Willen des Kindes, wenn sie es halten. Das Kind will nicht wütend oder nervig sein. Es möchte an einem Ort sein, an dem es sicher ist. Dieser Ort ist überall dort, wo es gehalten wird und die Gefühle sicher durchfühlen kann.

Ein Prozess, in welchem wir unsere Gefühle fühlen, ist dann beendet, wenn wir eine Veränderung hin zu mehr Erleichterung (z.B. auch im Brustbereich) fühlen.

 

Man kann also Gefühle zu fühlen wieder erlernen?

Ja, auf jeden Fall. Es ist unser Wesen. Auch ich war sehr sehr abgestumpft, bevor ich Expertin für erfolgreiche Beziehungen wurde. Es gab nichts mehr, was mich berühren konnte. Ich hatte mich meilenweit von der Gefühlsebene abgeschnitten. Depression und Tinnitus waren die Folge.

Heute ist das Joining – sich miteinander zu verbinden und die Gefühle zu fühlen – die Hauptmethode, die ich anwende in den Coachings und Seminaren. Diese Methode ermöglicht es mir, Resonanzfelder zu jeder Person aufzubauen, mit der der Teilnehmer bei mir ein Problem hat. Dadurch kann ich diese Person fühlen und erfahren, was damals wirklich bei ihr los war, dass sie so handelte, wie sie handelte. So erfahren wir die Wahrheit, und Wahrheit überzeugt aus sich heraus. Da brauche ich nichts mehr dazu zu sagen. In dem Moment, indem die Wahrheit erkannt wird, erfolgt die Heilung der Situation. Für mich ist diese Methode die effektivste Methode überhaupt. Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell sich die Teilnehmer verändern, sie wieder weicher und sie selbst werden, nachdem sie bei mir waren.

 

Schafft man das allein?

Naja, es ist möglich. Es wird auch Literatur angeboten. Doch ist es schwierig, sich selbst auf die Schliche zu kommen. In 7 Erfolgsprinzipien habe ich zusammengefasst, wie wir erfolgreiche und glückliche Beziehungen, auch zu unseren Kindern leben können. Mit meinem Online-Training, dem Tagestipp für mehr Erfolg und Lebensfreude können Sie diese kennen und umsetzen lernen. Hier empfehle ich Ihnen die Premiumversion. Hier erhalten Sie tägliche Hinweise und Erinnerungen daran, was Ihnen hilft, Ihr Herz wieder zu öffnen und zu fühlen. In regelmäßigen Online-Gruppen-Webinaren erfahren Sie, wie sie diese Erfolgsprinzipien in Ihren Alltag integrieren können.

Deshalb empfehle ich, professionelle Unterstützung – wie auch ich diese anbiete – in Anspruch zu nehmen, entweder als Einzel-, Paar- oder Familiencoaching oder im Rahmen eines Jahrestrainings. Haben Sie Mut dazu. Ja, es kostet Geld. Doch dieses investieren Sie sinnvoll in sich selbst zu ihrem eigenen Wohl und zum Wohl Ihrer Kinder.

In dem Ausmaß, indem Sie wieder sensibler werden und mehr fühlen, verringert sich der Abstand hinsichtlich der Sensibilität zwischen Ihnen und Ihrem Kind. Sie werden einander fühlen, erfahren, verstehen, sich verbunden fühlen und Ihre Qualität der Sensibilität zu schätzen wissen. Eines verspreche ich Ihnen: Wenn Sie einmal Ihre Sensibilität wiederhaben, wollen Sie diese nicht wieder hergeben, denn in dem gleichen Ausmaß, in dem Ihre Sensibilität steigt, verringern sich Stress, Druck, Streitereien und Verärgerungen in Ihrem Leben. Sie fühlen sich freier, glücklicher, erfolgreicher.

Rufen Sie mich an, in einem ersten kostenfreien Termin können wir uns darüber austauschen, was ich in Ihrer konkreten Situation für Sie tun oder empfehlen kann, meine Tel. 0172 1331253

Alternativ können Sie mein Buch bestellen „So miteinander erfolgreich sein“. Die Texte helfen Ihnen, unterdrückte schmerzhafte Erfahrungen aufzudecken. Die künstlerischen Zeichnungen unterstützen Sie beim Fühlen und Überwinden von Blockaden.

Silvia Stiessel Dresden, März 2020 Expertin für erfolgreiche Beziehungen

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